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Russland warnt vor Cyberangriffen aus Ukraine: NATO verteilt unkontrolliert über Kiew Cyberwaffen

Angesichts der Sonderoperation in der Ukraine meldet Russland eine deutliche Zunahme von Cyberangriffen auf seine Digitalinfrastruktur. Moskau sieht jetzt in ukrainischen Hackern eine globale Bedrohung und wirft der NATO vor, mit Hilfe von Kiew Cyberwaffen zu testen.

Die Nachrichtenagentur RIA Nowosti hat mit dem russischen Vizeaußenminister Oleg Syromolotow über die Cybersicherheit vor dem Hintergrund des Ukraine-Kriegs gesprochen. Der für die Terrorbekämpfung zuständige Diplomat bestätigte im Interview mit der Journalistin Cristina Luna Rodríguez, dass die Zahl der Hackerangriffe auf Russland infolge der Sonderoperation in der Ukraine zugenommen habe. Syromolotow sprach sogar von einer „beispiellosen ausländischen Aggression im Informationsraum“.

„Im Jahr 2022 nahm die Zahl der Cyberangriffe auf Russland um 80 Prozent zu. Während das Hauptziel von Kriminellen im Vorjahr Finanzeinrichtungen gewesen waren, bekam in diesem Jahr der Staatssektor, darunter Objekte der kritischen Informationsinfrastruktur und wichtige soziale Einrichtungen, den Hauptschlag ab.“

Der Vizeaußenminister teilte mit, dass die überwiegende Mehrheit der Attacken gegen Russland aus den EU- und NATO-Ländern sowie aus der Ukraine erfolge. Syromolotow nannte das Nachbarland einen Brückenkopf des Westens, in dem dieser seine Erfindungen im Cyberkampf teste.

Nach Angaben des Diplomaten wehre die russische IT-Infrastruktur Hackerangriffe effizient ab. Im Jahr 2022 seien mehr als 25.000 Attacken auf Staatsressourcen und 1.200 Angriffe auf Objekte der kritischen Infrastruktur zurückgeschlagen worden. Infolge der Sonderoperation sei auch die Zahl der Betrugsanrufe aus ukrainischen Callcentern auf ein Fünftel zurückgegangen.

Trotzdem dürfe man die Bedrohungen für den Informationsraum, die von der Ukraine ausgingen, nicht unterschätzen, warnte Syromolotow. Da die Regierung in Kiew ihre digitale Souveränität eingebüßt habe, handele es sich bei den sogenannten ukrainischen „Cybertruppen“ um ein NATO-Instrument. Es seien alles andere als hausbackene Hacker. Russland habe es jetzt mit „aller Cyberstärke der Nordatlantik-Allianz“ zu tun, die unter der Flagge pro-ukrainischer Hackergruppen unermüdlich versuche, die Standfestigkeit des Landes zu testen.

Syromolotow verwies in diesem Zusammenhang auf das jüngste Bekenntnis des ukrainischen Ministers für Digitale Transformation Michail Fjodorow, wonach die Ukraine für die medienstarke Cyberattacke auf die Videoplattform Rutube vom 9. Mai 2022 verantwortlich sei. Der russische Vizeaußenminister teilte mit, dass die Angreifer ihr Ziel, die Archive des Videoportals unwiderruflich zu löschen, nicht erreicht hätten.

„Die bösartigen Handlungen der Ukraine im Informationsraum werden von westlichen transnationalen IT-Großunternehmen unterstützt.“

Der Diplomat belegte seine These mit den Worten des Direktors der britischen Regierungskommunikationszentrale GCHQ Jeremy Fleming, wonach seine Behörde eine wichtige Rolle bei der Koordinierung von Handlungen zur Unterstützung der Ukraine spiele. Syromolotow nannte unter involvierten Firmen das australische IT-Unternehmen Internet 2.0 sowie die IT-Konzerne Google und Amazon Web Services. Der Vizeaußenminister kritisierte darüber hinaus Elon Musks Unternehmen Space X für die Lieferung von Starlink-Geräten an die ukrainische Armee, um ihr den Internet-Zugang zu ermöglichen.

„Die Bedrohungen, welche die Ukraine im Informationsraum darstellt, haben einen universellen Charakter. In der Tat verteilt die NATO heute ohne jegliche Kontrolle über dieses Land Cyberwaffen.“

Syromolotow warnte in diesem Zusammenhang vor unvorhersagbaren Folgen für die internationale Gemeinschaft. Heute sei Russland im Fadenkreuz der US-Regierung, morgen werde sich an seiner Stelle jedes andere Land wiederfinden können.

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