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Russland droht Griechenland mit Konsequenzen bei Lieferung russischer S-300 an Ukraine

Athen würde mit Moskau geschlossenene Verträge verletzen, wenn es von Russland erworbene S-300 Raketenabwehrsysteme nach Kiew schickt, warnte das russische Außenministerium am Sonntag. Russland werde ein derartiges Vorgehen Griechenlands als „offen feindseligen Akt“ betrachten, hieß es weiter.

Russland würde griechische Pläne, zuvor von Moskau erworbene S-300-Luftabwehrsysteme an die Ukraine zu liefern, als „offen feindseligen Akt“ betrachten, sagte die Sprecherin des Außenministeriums Maria Sacharowa am Sonntag.

Griechenland erwägt, diese Waffen aus der Sowjet-Ära nach Kiew zu schicken, wenn die USA zustimmen sollten, diese Systeme im Gegenzug durch MIM-104 Patriot-Systeme zu ersetzen. Sacharowa sagte dazu:

„Das wäre ein grober Verstoß gegen die russisch-griechischen Abkommen über militärische und technische Zusammenarbeit.“

Die Sprecherin des Außenministeriums fügte hinzu, dass sowohl die 1995 als auch die 2013 von Moskau und Athen unterzeichneten Verträge in diesem Bereich „Griechenland ausdrücklich verbieten, die von Russland gelieferte militärische Ausrüstung ohne Moskaus Zustimmung zu reexportieren“. Sacharowa warnte daher:

„Wenn Griechenland seine Verpflichtungen aus den Verträgen mit Füßen tritt, wird das Konsequenzen haben.“

Ein solcher Schritt stünde auch im Widerspruch zur Haltung der meisten Griechen, sagte sie und fügte hinzu, dass laut Umfragen 70 Prozent der Griechen dagegen seien, „die Ukraine mit Waffen zu versorgen“.

Obwohl Sacharowa ihre Quelle nicht nannte, ergab eine vom griechischen Sender Mega TV im März durchgeführte Umfrage, dass etwa zwei Drittel der Griechen gegen die Lieferung von Militärgütern nach Kiew sind.

Dennoch erwägt man in Athen, die auf der Insel Kreta stationierten Langstrecken-Luftabwehrraketensysteme S-300 demnächst an die Ukraine zu liefern. Am Sonntag sagte der griechische Verteidigungsminister Nikolaos Panagiotopoulos, dass ein solcher Schritt möglich wäre, sobald die USA diese Systeme durch Patriot-Systeme ersetzen. Panagiotopoulos sagte auf einer Sitzung des griechischen Verteidigungsministeriums:

„Wenn die Vereinigten Staaten ein Patriot-System auf der Insel installieren und es in das nationale Luftverteidigungssystem integriert wird, können die S-300 entfernt werden.“

Die jüngsten Erklärungen Griechenlands zeigen eine Kehrtwende in der Haltung des Landes seit Juni. Damals hatte Panagiotopoulos erklärt, Athen werde die S-300-Waffensysteme nicht an die Ukraine liefern, da man sie im eigenen Land brauche.

Moskau hat den Westen wiederholt gewarnt, dass Waffenlieferungen an die Ukraine den Konflikt nur verlängern. Anfang dieses Monats sagte der russische Präsident Wladimir Putin, der Westen habe die Ukraine de facto in eine „Kolonie“ verwandelt und benutze die Ukrainer als „Kanonenfutter“ und Rammbock gegen Russland, indem er Kiew mit Waffen beliefert.

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