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Corona-Kritik mit Vorsicht zu genießen? Die neue Dokumentation „Plötzlich verstorben“

VonDer Wahrheitsminister

Dez 4, 2022

Eine Analyse von Felicitas Rabe

Seit seiner Veröffentlichung am 22. November findet der neue Dokumentarfilm „Died Suddenly“, auf Deutsch „Plötzlich verstorben“, von Stew Peters unter Corona-Kritikern international viel Beachtung und wird massenhaft im Internet geteilt. In der Dokumentation geht es vor allem um die schädlichen Auswirkungen der gentechnischen mRNA-Impfungen und um die Symptome der Menschen, die mutmaßlich an den Folgen der mRNA-Injektionen verstorben sind.

Peters ließ in seinem Film unter anderem amerikanische Einbalsamierer zu Wort kommen. Sie berichteten über körperliche Phänomene in den Adern der Verstorbenen, die sie in ihrem Berufsleben zuvor noch nie gesichtet hätten. Ein Einbalsamierer wurde dabei gefilmt, wie er lange, feste Strukturen aus den Adern eines Toten zog, um die Blutflüssigkeit durch Infusionsmittel zu ersetzen.

Allerdings melden sich auch kritische Stimmen, die den auf den ersten Blick für viele Zuschauer beeindruckenden Film genauer unter die Lupe nahmen. So erklärte der Soziologe Dr. Joshua Guetzkow von der Hebräischen Universität Jerusalem in seinem Beitrag „‚Died Suddenly‘ ist typischer Schwachsinn von Stew Peters“, dass dieser Film trotz seiner zum Teil großartigen Informationen dem Anliegen der corona-kritischen Bewegung letztendlich nur schaden würde. Die Dokumentation würde Interviews von hohem Aufklärungswert mit vielerlei Falschbehauptungen kombinieren. Guetzkow bezeichnete sie in seinem Artikel vom 23. November auf Dailysceptic.org schlichtweg als „Müll“:

„Aber leider wurden diese und andere gute Informationen (z. B. von Dr. Ryan Cole, Steve Kirsch und Dr. James Thorp) mit einer Menge Müll überdeckt.“

In seiner Kritik nennt er vier Beispiele für die von ihm als Müll klassifizierten Falschdarstellungen. Erstens habe man sich in der Dokumentation bei der Anzahl der von Myokarditis (Herzerkrankung) betroffenen US-Soldaten auf die medizinische Datenbank des US-Militärs DMED bezogen. Laut Mathew Crawford hätten die Informanten hinsichtlich des Datenvergleichs des Jahres 2021 mit den Vorjahren einen wesentlichen Fehler gemacht: Sie hätten im Wesentlichen jeden Arztbesuch mit der Diagnose Myokarditis gezählt und nicht die tatsächlich von Myokarditis betroffenen Fälle. Grundsätzlich habe es zwar einen Anstieg dieser Diagnose beim US-Militär gegeben, aber keinesfalls in der von den Whistleblowern angegebenen Höhe.

Zweitens habe es laut Guetzkow auch einen bedeutenden statistischen Fehler bei der in der Dokumentation berichteten Geburtenrate in Australien gegeben. Tatsächlich seien die Geburtenraten in den meisten Teilen der Welt Ende 2021 und im Jahr 2022 klar zurückgegangen. Nun zeige die Grafik im Film für Australien einen ganz besonders massiven Rückgang der Geburtenrate. Dieser sei aber, so der Soziologe, wieder nur auf ein Berichtsproblem zurückzuführen und nicht auf die hohe Impfrate. Bei der Vorabveröffentlichung der offiziellen Statistik sei die Zahl der Geburten für den Zeitraum ab Dezember 2021 stark unterschätzt worden. Der im Film präsentierte enorme Rückgang sei also falsch.

Als drittes Beispiel nannte der israelische Wissenschaftler die verkehrte Darstellung der unglaublich hohen Fehlgeburtenrate, die Pfizer der amerikanischen Gesundheitsbehörde FDA gemeldet habe. Diese Falschdarstellung sei schon mehrfach weitergegeben worden, insbesondere auch von Naomi Wolf. Guetzkow zufolge sei die hohe Fehlgeburtenrate durch ein Missverständnis entstanden. Ursprünglich sei die Impfung von Schwangeren gar nicht vorgesehen gewesen.

„Die Verabreichung an eine schwangere Frau (auch bekannt als ‚Anwendung in der Schwangerschaft‘) wurde daher als unerwünschtes Ereignis betrachtet, das als SAR gemeldet werden sollte, auch wenn nichts Schlimmes passiert ist.“

Dementsprechend sollte also jeder Fall einer Schwangerenimpfung offiziell gemeldet werden. Tatsächlich wurde das aber kaum gemeldet. Trotzdem wurde dann die Zahl der gemeldeten Schwangerenimpfungen im Verhältnis zu den gemeldeten Fehlgeburten auf 100 Prozent gesetzt, sodass im Ergebnis ein viel zu hoher Prozentsatz von Fehlgeburten berechnet wurde. Für ein korrektes Ergebnis müsse man auch wissen, wie viele schwangere Frauen es insgesamt gegeben habe, erklärte Guetzkow in seiner Filmkritik:

„Wir müssten die Gesamtzahl der schwangeren Frauen kennen, und die kennen wir nicht und Pfizer auch nicht. Unterm Strich wurden also die Informationen über Fehlgeburten im Pfizer-Bericht falsch interpretiert, diese Fehlinterpretation wurde bis zum Überdruss wiederholt und verstärkt (auch in „Died Suddenly“), und tatsächlich gibt der Bericht absolut keinen Hinweis auf die Fehlgeburtenrate nach der COVID-Impfung.“

Schließlich beschreibt der Wissenschaftler als viertes Beispiel noch die Mauschelei im Umgang mit einer mutmaßlichen Entvölkerungsagenda. Jenseits der Frage, ob es eine solche Agenda tatsächlich gebe oder nicht, habe Bill Gates im Jahr 2010 in seinem Ted-Talk nicht – wie im Film behauptet – von einer Bevölkerungsreduktion durch Tötung und Unfruchtbarmachung gesprochen. Wortwörtlich habe Gates gesagt:

„Die Welt hat heute 6,8 Milliarden Menschen.  Das wird sich auf etwa 9 Milliarden erhöhen. Wenn wir nun wirklich gute Arbeit in Bezug auf neue Impfstoffe, Gesundheitsfürsorge und reproduktive Gesundheitsdienste leisten, könnten wir diese Zahl vielleicht um 10 oder 15 Prozent senken.“

Nun würden Frauen aber in Gebieten mit niedriger Kindersterblichkeit stets weniger Kinder bekommen. Daher wollte Gates womöglich zum Ausdruck bringen, dass man mit Impfungen die Kindersterblichkeit und somit letztlich auch die Geburtenrate senken könne, erläuterte Guetzkow eine ganz andere Interpretationsmöglichkeit der Äußerung von Gates. Dabei ging es dem Soziologen ausdrücklich weder um die Frage, ob man mit Impfungen tatsächlich die Kindersterblichkeit senken könne noch um die Verteidigung von Gates.

Aber man würde sich gemäß Guetzkow als Corona-Kritiker selbst ins Knie schießen, wenn man wie im Film „Died Suddenly“ behauptete, Bill Gates wolle uns töten und sterilisieren. Selbst wenn das stimmen sollte, würden die im Film genannten angeblichen Belege das nicht hergeben.

Und das sei sein Hauptkritikpunkt an dem Film: Bereits in der Eröffnungsmontage würden alle möglichen unnötigen und unzusammenhängenden Themen vorgeführt, die einen als seriösen Kritiker der Corona-Politik und der mRNA-Impfungen nur in Misskredit bringen könnten. Dabei sei es nebensächlich, ob der Filmemacher Stew Peters die corona-kritische Bewegung absichtlich diskreditieren wolle oder ob er es nur nicht besser wüsste:

„So oder so ist er schlecht für die Bewegung, weil er uns am Ende diskreditiert, selbst wenn er einige Dinge richtig macht.“

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