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Ein Sandsturm im Werte-Wasserglas

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Nov 26, 2022

Ganz schrecklich finden die üblichen Empörten auf einmal die Fußball-WM in Katar. Grund dafür: Das arabische Land widersteht westlichem Werteimperialismus. Ein Mega-Aufschrei durchzieht die „woke“ Blase, weil das moslemische Land will, dass sich alles um das runde Leder dreht und der Idee, mit Regenbogenfahnen umwickelt besoffen durch Doha zu torkeln, nun einen Strich durch die Rechnung macht.

Wie können sie nur wollen, dass Fremde respektvoll mit regionalen Gepflogenheiten umgehen? Die zwischenzeitlich eingestreuten Bedenken über Arbeitsbedingungen in Katar waren den Empörten übrigens recht egal, als westliche Firmen am Stadionbau verdienten. Auch kein Problem hatte der Werte-Westen damit, bei den Scheichs im Frühjahr um Gas zu betteln, Gewessler & Habeck machten artig den Kotau. Trennlinie zwischen Gut & Böse ist, ob die eigenen Eliten daraus Profit schlagen. Geht es aber darum, dass sich ein Kulturkreis der Welt vorstellt, dann hat die Moralkeule Saison.

Kopftuch da und Kopftuch hier…

Gewiss missfallen mir manche Werte in der arabischen Welt und auch deshalb habe ich keinerlei Interesse daran, dass solche Weltbilder nach Europa importiert werden. Wie diese Menschen in ihrer eigenen Heimat leben wollen, ist wiederum gewiss nicht meine Baustelle. Das System sieht es übrigens andersrum: Dasselbe Kopftuch, das man in islamischen Ländern zum Zeichen der Unterdrückung stempelt, verklärt man bei Migranten in unserem Land zum Zeichen von „Toleranz & Emanzipation“. Das zeigt: Es geht ihnen nicht wirklich um Werte, sondern um eine globale Kultur-Erosion.

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