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US-Magazin: „Schmutzige Bombe“ in der Ukraine würde Russland keine Vorteile bringen

In der vom Westen inszenierten Scheindebatte über angebliche nukleare Pläne Russlands in der Ukraine kommt nun selbst das US-amerikanische Militärmagazin „Defense One“ zu dem Ergebnis, dass der Einsatz einer schmutzigen Atombombe Russland keine Vorteile bringen würde.

Das anti-russische US-Nachrichten-Portal für den Militärbereich, DefenseOne, veröffentlichte am siebten Oktober eine Analyse der Vor- und Nachteile, die aus dem russischen Einsatz einer taktischen oder schmutzigen Atombombe in der Ukraine entstehen würden.

Angesichts der vom Westen inszenierten Scheindebatte über angebliche nukleare Pläne Russlands in der Ukraine scheint es nützlich, die objektiven Faktoren sprechen zu lassen. DefenseOne beschreibt sie mit Genugtuung. Man glaubt, eine russische Schwäche festzustellen.

Das Fazit lautet: Die Nachteile könnten Russlands Kriegsziele zunichtemachen. Unter den Bedingungen einer über 1.500 Kilometer langen Frontlinie in der Ukraine bringe eine solche „kleine“ Bombe keine militärischen Vorteile und hätte keine kriegsentscheidende Wirkung. Selbst wenn sie eine Bresche in die Frontlinien der Ukraine schlagen könnte, würde daraus kein gangbarer Korridor für einen russischen Vorstoß entstehen. Der atomar verseuchte Frontabschnitt wäre für die russischen Truppen nicht passierbar.

Russland könnte damit auch keinen entscheidenden Vernichtungsschlag gegen die ukrainische Armee landen, da diese in einem Mehrfrontenkampf auf verschiedene Stellen verteilt ist. Die Entfernungen in dem riesigen Gebiet seien zudem so groß, dass die ukrainischen Truppen die Wirkung einer solchen Bombe überwiegend überleben würden.

„Das hat mit der enormen Größe des Schlachtfelds zu tun. Die Gesamtfläche des von Russland besetzten Landes ist fast so groß wie Portugal, und die Ukrainer kämpfen an mehreren Fronten, nicht in der Art von Konzentration, die sich für das Einsetzen einer solchen Waffe eignen würde“, stellt die Analyse fest.

Eine Atomexplosion von fünf Kilotonnen würde „nur“ über eine relativ kurze Distanz, wahrscheinlich weniger als 1,5 Kilometer, wirksam sein. Truppen, die 2 Kilometer vom Explosionsort entfernt sind, hätten gute Chancen, zu überleben.

„Es scheint also nicht machbar zu sein, eine Atombombe mit geringer Sprengkraft zu verwenden, um einen zwanzig oder dreißig Kilometer langen Frontvorstoß aufzuhalten oder zurückzuwerfen“, so die Militärzeitschrift.

Laut den Einschätzungen in DefenseOne wäre der Schaden einer nuklearen Verseuchung immens. Man verweist in diesem Zusammenhang auf die Äußerungen von Edward Geist, einem Politikforscher bei der RAND Corporation. Der hatte kürzlich auf Twitter argumentiert, dass die Studien des Kalten Krieges, die die Vereinigten Staaten zu den Auswirkungen taktischer Atomwaffen durchgeführt haben, zumeist von vereinfachten physikalischen/rechnerischen Modellen abgeleitet und nach Möglichkeit anhand von damals verfügbaren Tests validiert wurden. Infolgedessen könnten diese Modelle möglicherweise extrem irreführend sein und katastrophale Nebenwirkungen nicht vorhersagen.

Atomare Verseuchung und gefährdete Ernährungssicherheit

Der Autorin sei hier eine Anmerkung gestattet: Die unberechenbare Strahlenverseuchung russischer und ukrainischer Gebiete durch eine taktische oder schmutzige Atomwaffe hätte Konsequenzen für die Ernährungssicherheit der Welt. Sie würde für viele Jahre oder Jahrzehnte zumindest Teile einer der größten Kornkammern der Erde kontaminieren und damit eine regionale und europäische Ernährungsgrundlage zerstören. Denn über 90 Prozent der Exporte (per Schiff) aus der Ukraine füllten seit dem UN-Abkommen überwiegend die Getreidesilos Europas.

Das politische Kriegsziel Russlands verbietet den taktischen atomaren Einsatz

Weder Kiew noch andere ukrainische Städte sind für die Russische Föderation ein atomares Angriffsziel. Um seine Kriegsziele zu erreichen, braucht Russland die ukrainische Bevölkerung. Es sei daran erinnert, dass die Entnazifizierung der Ukraine eines der wichtigsten Vorhaben der „militärischen Sonderoperation“ ist. Es handelt sich um ein politisches Ziel, das nur mit Überzeugungsarbeit unter den Menschen zu erreichen ist.

Für einen dauerhaften Frieden benötigt Russland einen Schutzwall aus antifaschistisch und pro-russisch oder neutral eingestellten Ländern und Bevölkerungsgruppen. Daran hat sich nichts geändert. Eine atomare Eskalation würde dieses Ziel endgültig ruinieren und in eine russische Niederlage verwandeln.

Selbst wenn Russland die neu der Föderation beigetretenen Gebiete auf Dauer konsolidieren kann, ist die politisch-ideologische Stimmung in der Bevölkerung jenseits dieser Grenzen für einen stabilen Frieden entscheidend. Ein militärisch und politisch aggressives antirussisches Gebiet unter der faktischen Autorität der NATO und der EU würde den Krieg auf Jahre ausdehnen und das erklärte Ziel der USA verwirklichen, Russland in einen Abnutzungskrieg zu verwickeln.

Die politischen Folgen für die internationale Rolle Russlands   

Der russische Einsatz einer taktischen oder schmutzigen Atombombe würde alle bisherigen Anstrengungen Russlands, diesen Krieg nach kontrollierten Regeln zu führen, über Bord werfen und unglaubwürdig machen. Das Land würde damit seine Rolle als vertrauenswürdiger Partner in einer sich anbahnenden multipolaren Welt verlieren.

Warum sollte Russland also eine taktische oder schmutzige Atomwaffe einsetzen? Wie dargestellt, können nur die Vereinigten Staaten an einer solchen Eskalation interessiert sein. Sie entspricht der doppelten Strategie gegen Russland und die europäischen Konkurrenten, vor allem Deutschland. Die Landung der 101. Amerikanischen Luftlandedivision, einer ABC-Eliteeinheit aus den USA, in Rumänien deutet darauf hin, dass sie Schritt für Schritt darauf zugehen.

Hiroshima und Nagasaki

Bis jetzt waren es einzig die USA, die im August 1945 eine atomare Massenvernichtung der Zivilbevölkerung in zwei japanischen Städten begangen haben. Dadurch starben über 210.000 Menschen, 150.000 wurden verletzt. Das war nicht Russland.

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