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Was ist über den neuen russischen Befehlshaber Surowikin (General Armageddon) bekannt?

Am 8. Oktober ernannte Russlands Verteidigungsministerium Sergei Surowikin zum Befehlshaber im Militäreinsatz in der Ukraine. Was ist über „General Armageddon“, wie ihn die westliche Presse betitelte, bekannt? Eine Kurzbiographie.

Der neue Befehlshaber der speziellen Militäroperation, Armeegeneral Sergei Surowikin, der in der westlichen Presse den Spitznamen „General Armageddon“ erhielt, hat in den vergangenen vier Monaten die südliche Armeegruppe in der Ukraine befehligt. Unter seinem Kommando wurden die Ortschaften Gorskoje und Solotoje, 20 Kilometer südlich von Lissitschansk, sowie die Stadt Sewerodonezk befreit und die Geiseln aus dem Asot-Werk gerettet.

Sergei Wladimirowitsch Surowikin wurde vor 56 Jahren, am 11. Oktober 1966, in Nowosibirsk geboren. Am Dienstag gratulierte ihm Russlands Präsident Wladimir Putin persönlich zum Geburtstag.

Surowikin absolvierte die Omsker Militärhochschule im Jahr 1987, die Kommando-Fakultät der Frunse-Militärakademie im Jahr 1995 sowie die Militärakademie des Generalstabs im Jahr 2002 – alle davon mit Auszeichnung.

Im aktiven Dienst seit 1983, begann er seine Laufbahn als Kompaniekommandant beim sowjetischen Truppenkontingent in Afghanistan. Eine aufsehenerregende Episode in seiner Karriere ereignete sich im August 1991. Damals befehligte der inzwischen 24-jährige Surowikin ein Bataillon der 2. Tamaner Garde-Motschützendivision, die bei Moskau stationiert war. Auf Befehl des „Staatskomitees für den Ausnahmezustand“ nahm sein Bataillon an der Wiederherstellung der konstitutionellen Ordnung in Moskau teil. In der Nacht auf den 21. August versuchte eine Gruppe aus seinem Bataillon, die Barrikaden an der Kreuzung Gartenring/Neu-Arbat zu durchbrechen. Beim Zusammenstoß kamen drei Demonstranten ums Leben. Nach dem Scheitern des „Staatskomitees für den Ausnahmezustand“ wurde Surowikin kurzzeitig in Untersuchungshaft genommen. Schließlich wurden die Vorwürfe gegen ihn aufgehoben, da die Staatsanwaltschaft befand, dass der Offizier lediglich Befehle befolgte.

Ausgerechnet an diese Episode erinnerte der Unternehmer und Gründer der „Wagner-Gruppe“, Jewgeni Prigoschin, als er die Ernennung des neuen Befehlshabers kommentierte. Er sagte:

„Wir alle erinnern uns an die Ereignisse beim Weißen Haus im August 1991. Und Surowikin ist genau derjenige Offizier, der sich nach dem Erhalt des Befehls, ohne nachzudenken, in einen Panzer setzte und zur Rettung seines Landes eilte.“

Nach Prigoschins Ansicht ist Surowikin heute der fähigste Kommandeur in der Armee.

Im Jahr 1998 wurde Surowikin zum Kommandanten des 149. Garde-Motschützenregiments der 201. Motschützendivision ernannt, die im damals konfliktgeplagten Tadschikistan stationiert war. Im Jahr 1999 wurde er Stabschef und stellvertretender Kommandant derselben Division.

Im Juni 2004 wurde Surowikin zum Kommandanten der 42. Garde-Motschützendivision ernannt, die in Tschetschenien stationiert war. Ab dem Jahr 2005 diente er in Woronesch, wo sich der Stab der 20. Gardearmee befand. Surowikin war erst stellvertretender, danach eigentlicher Kommandant. Zu seinen Aufgaben gehörte die Bestimmung von Quellen militärischer Bedrohung und die Ausarbeitung von Strategien, diese zu neutralisieren.

Zwischen den Jahren 2010 und 2012 befehligte Surowikin nacheinander die Stäbe der Militärdistrikte Wolga-Ural, Zentrum und Ost. Von April bis Oktober 2012 leitete er die Arbeitsgruppe zur Bildung der Militärpolizei. Diese Behörde ist für die Aufrechterhaltung der gesetzlichen Ordnung und Disziplin in der Armee zuständig.

Ab 2013 befehligte er die Truppen des Östlichen Militärdistrikts, dessen Stab sich in Chabarowsk befindet. Im März 2017 kam Surowikin nach Syrien, wo er das Kommando über das russische Truppenkontingent übernahm. Diesen Poste bekleidete er geringfügig länger als ein halbes Jahr. Später wurden allerdings Meinungen geäußert, wonach die Truppe gerade unter Surowikin ihre größten Erfolge verzeichnete und eine Wende im Kriegsverlauf erzwang. Nach der Kampagne in Syrien wurde Surowikin als Held Russlands ausgezeichnet.

Im November desselben Jahres wurde Surowikin zum Befehlshaber der Luft- und Weltraumstreitkräfte bestellt. Im August 2021 erhielt er nach einer Anordnung des Präsidenten den Rang eines Armeegenerals.

Das Oberhaupt von Tschetschenien, Ramsan Kadyrow, der Surowikin schon 15 Jahre kennt, bezeichnete den neuen Befehlshaber als „echten Patrioten“, für den Vaterlandsliebe, Ehre und Würde stets über allem stehen. Seinerseits schrieb der Sicherheitsdienst der Ukraine Surowikin nach dessen Beförderung zur Fahndung aus.

Ausgezeichnet wurde Surowikin unter anderem mit drei Tapferkeitsorden, dem Orden des Roten Sterns, dem Orden für Militärische Verdienste, den Orden „für Verdienste vor dem Vaterland“ I. und II. Klasse sowie mit den Medaillen für Tapferkeit und Militärische Verdienste.

Übersetzt aus dem Russischen.

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