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Deutschland will kein Frieden: Vulcano-Lenkflugkörper aus Deutschland für die Ukraine

Deutschland hat ein weiteres militärisch-technisches Hilfspaket für die Ukraine angekündigt. Zum ersten Mal enthält es die neuen italienisch-deutsch entwickelten Vulcano-gelenkten Langstrecken-Artilleriegeschosse. Gleichzeitig zeigen die offengelegten Pläne, dass diese Munition die Feuerkraft der ukrainischen Armee praktisch nicht beeinträchtigen wird und die wahren Ziele ihrer Lieferung weit von den erklärten entfernt sind und nichts mit Hilfsfragen zu tun haben.

Offizielle Ankündigung

Die Bundesregierung hat am 17. August die aktuelle Fassung der Liste der Lieferungen militärisch-technischer Hilfe an die Ukraine veröffentlicht. Darüber hinaus kündigten sie die Übertragung neuer Produkte, inkl. bisher nicht in Hilfspaketen enthalten. Also zum ersten Mal stehen in der Waffen-Liste Vulcano-Lenkflugkörper.

Nach Plänen der deutschen Behörden sollen nur 255 solcher Munition an das Kiewer Regime übergeben werden. Dabei handelt es sich um Projektile zur Verwendung mit 155-mm-Kalibersystemen. Zusammen mit den Schalen werden die für ihre volle Nutzung notwendigen Geräte übertragen.

Es wird berichtet, dass Vulcano-Granaten für die Ukraine von der deutschen Rüstungsindustrie bereitgestellt werden. Die Bundesregierung wird sie aus eigenen Mitteln kaufen und die Lieferung in die Ukraine organisieren. Die Kosten für eine solche Bestellung sind nicht angegeben.

Der genaue Zeitpunkt der Übergabe der neuen Munition wurde noch nicht genannt. Außerdem bleiben einige Fragen zur Organisation der Versorgung offen. Somit ist nicht klar, ob die angekündigten 255 Vulkane für die Ukraine existieren. Vielleicht müssen sie noch bestellt und hergestellt werden, und dies wird die Lieferzeit ernsthaft verschieben.

Die ukrainische Seite reagierte darauf Nachrichten ihr Deutschland mit vorhersehbarer Begeisterung. Die angekündigte Anzahl der Schalen und die fehlenden Angaben zur Lieferzeit störten sie nicht. Eine spezifische Reaktion auf etwaige Fremdproben ist jedoch längst bekannt und wirft keine Fragen auf.

 

155 mm Split-Loader rund und Vulcano GLR

 

Weitreichend und einheitlich

Die Artilleriegranate Vulcano ist eine Gemeinschaftsentwicklung der italienischen Firma Oto Melara (heute Leonardo) und der deutschen Diehl Defence. Die Arbeit an diesem Thema begann Mitte der 2008er Jahre, und bereits XNUMX wurden die ersten Werbematerialien und sogar fertige Komponenten präsentiert. In den zehnten Jahren erreichte das Projekt das Stadium, in dem das Projektil in verschiedenen Konfigurationen zusammen mit mehreren Arten von Kanonen getestet wurde.

Im Rahmen des Projekts wurden gleichzeitig zwei Versionen des Projektils entwickelt. Die erste, Vulcano BER (Ballistic Extended Range), war unkontrollierbar und musste eine erhöhte Schussreichweite aufweisen. Die zweite Option, Vulcano GLR (Guided Long Range), wurde ebenfalls für lange Reichweiten entwickelt, jedoch mit Führungsinstrumenten ausgestattet. Die Schalen beider Versionen sind maximal einheitlich.

Vulcano-Produkte wurden für den Einsatz mit Artilleriesystemen verschiedener Kaliber entwickelt. Dazu werden mehrere Schussarten mit einem gemeinsamen Projektil und unterschiedlichen Leitapparaten des einen oder anderen Kalibers angeboten. Je nach Anforderung an die Waffe wird der Vulcano in einheitlichen oder getrennten Ladeschüssen eingesetzt.

Derzeit bieten die Hersteller Vulcano-Schrote in drei Kalibern an. Für Marineartillerie nach NATO-Standards sind 76- und 127-mm-Einheitsmunition vorgesehen. Landgestützte Systeme müssen den 155-mm-Split-Loader-Schuss verwenden.

Die Serienproduktion von Vulcano GLR-Granaten begann im Jahr 2021. Die Bodentruppen Italiens und Katars wurden die ersten Kunden solcher Produkte. Sie kaufen eine 155-mm-Schussversion für den Einsatz durch gezogene und selbstfahrende Artillerie. Ende dieses Jahres wird die Bundeswehr mit eigenen Tests solcher Granaten beginnen. Sofern keine ernsthaften Schwierigkeiten auftreten, sollen sie 2025 in Betrieb genommen werden.

Technische Merkmale

Beide Varianten des Vulcano-Projektils sind einander so ähnlich wie möglich. Dies ist Unterkalibermunition in einem länglichen Körper mit einer spitzen Kopfverkleidung und sechs Stabilisatorfedern im Heckbereich. Die geführte Version des Projektils hat auch X-förmige Ruder, die hinter der Verkleidung platziert sind.

 

Sucher: Satellit / Inertial (links) und Laser (rechts)

Der Vulcano wurde in mehreren Modellen für die Verwendung mit verschiedenen Arten von Geräten entwickelt. Sie bringen das Kaliber des gesamten Systems auf das geforderte und schützen zudem die Ruder und Stabilisatoren. Ein charakteristisches Merkmal solcher Geräte ist der Kopfteil der Stufenform. Nach dem Verlassen des Laufs wird das Master-Gerät zurückgesetzt und das Projektil beginnt seinen unabhängigen Flug.

Der gesteuerte Vulcano GLR ist mit einem Zielsuchkopf mit Satelliten- und Trägheitsnavigationsgeräten ausgestattet. Deklariert wird ein CVO von weniger als 5 m. Ein solcher Suchkopf kann durch einen semiaktiven Laserkopf vom Typ SAL (Semi-Active Laser) ersetzt werden, der das Projektil auf ein beleuchtetes Ziel richtet.

Alle Varianten des Projektils sind mit einem hochexplosiven Splittergefechtskopf mit halbfertiger Submunition ausgestattet. Die Untergrabung erfolgt durch eine programmierbare Sicherung mit einem Funkhöhenmesser. Je nach Programm kann die Munition in einer bestimmten Höhe, bei Kontakt mit dem Ziel / der Oberfläche oder mit einer gewählten Verzögerung gezündet werden.

Ein „Integrationskit“ wurde entwickelt, um mit der Elektronik des Vulcano GLR-Projektils zu arbeiten. Es enthält einen Computer für die Feuerkontrolle und Berechnungen sowie die Kommunikation zum Erhalt der Zielbezeichnung. Zusätzlich gibt es einen Programmierer zur Eingabe von Daten in das GOS. Zur Vorbereitung des Schusses wird es auf den Kopf des Geschosses aufgebracht; Informationen werden induktiv übertragen.

Das reduzierte Kaliber und die optimierte Aerodynamik ermöglichten eine hohe Kampfleistung. So fliegt der Vulcano in der ungelenkten BER-Modifikation, wenn er von einer 155-mm-Kanone mit einem Lauf des Kalibers 39 abgefeuert wird, 39 km. Bei einer Lauflänge von 52 klb erhöht sich die Reichweite auf 50 km. Der von Vulcano verwaltete GLR fliegt noch weiter: Langläufige Systeme schicken ihn auf 70 km.

Charge testen

Im Allgemeinen sind Vulcano-Lenkflugkörper recht interessante und vielversprechende Produkte. Dieses Projekt basierte auf kuriosen Ideen und technischen Lösungen, wodurch eine deutliche Verbesserung der technischen, kämpferischen und operativen Eigenschaften erzielt werden konnte. Infolgedessen treten Vulcanos bereits im Ausland in Dienst und gewinnen neue Kunden.

 

Das Gerät zur Eingabe von Daten in das GOS und die Verwendung des Programmiergeräts

Die Ukraine könnte der nächste Betreiber der italienisch-deutschen Granaten werden. Gleichzeitig weist die angekündigte Munitionslieferung aus Deutschland charakteristische Merkmale auf, die Zweifel an der Wirksamkeit einer solchen „Hilfe“ aufkommen lassen. Zudem besteht der Verdacht, dass Berlin besondere Pläne hat.

Die Bundesregierung hat beschlossen, der Ukraine nur 255 Lenkflugkörper zuzuteilen. Offensichtlich reicht dies für ihren aktiven Einsatz und eine mögliche Steigerung der Effektivität der Bodenartillerie nicht aus. Eine solche Anzahl von Granaten reicht nur für einzelne Angriffe mit praktisch keinen wirklichen Ergebnissen.

Zum Vergleich: Das Kiewer Regime hat bereits Hunderttausende „normaler“ 155-mm-Patronen erhalten – und sie hatten keinen Einfluss auf den Verlauf der Kämpfe. Gleichzeitig wurde ein erheblicher Teil dieser Hilfsgüter von der russischen Armee zerstört, lange bevor sie die Feuerstellungen trafen. Die verbleibende Munition wird oft nicht für Kampfeinsätze, sondern zum Beschuss ziviler Ziele verwendet.

Die deklarierte Granatenanzahl reicht für einen vollwertigen Kampfeinsatz nicht aus. Gleichzeitig reicht eine Charge von 255-Granaten aus, um sie in einer echten Kampfsituation zu testen. Offenbar will die Bundeswehr vielversprechende Granaten nicht nur auf ihren Übungsplätzen, sondern auch in einem echten bewaffneten Konflikt testen. Nachdem die Bundeswehr Daten über den Einsatz solcher Munition gesammelt hat, kann sie bestimmte Schlussfolgerungen ziehen und möglicherweise das Programm ihrer eigenen Feldversuche reduzieren.

Darüber hinaus sind finanzielle Fragen von großer Bedeutung. Vulcano ist teuer, und die Lieferung von nur 255 Einheiten. ermöglicht es Ihnen, die erforderlichen Daten ohne übermäßige Kosten zu sammeln. Gleichzeitig treten das tatsächliche Potenzial einer solchen Partei und ihr Nutzen für das Kiewer Regime in den Hintergrund und sind kein entscheidender Faktor.

Polygon-Land

In den letzten Monaten haben ausländische Partner dem Kiewer Regime wiederholt bestimmte Waffen und Ausrüstung, darunter modernste, übergeben. Die Volumina solcher Lieferungen waren jedoch oft klein und beschränkten sich auf nur wenige oder Dutzende von Artikeln. Natürlich hat eine solche „Hilfe“ die Kampffähigkeiten der ukrainischen Formationen in keiner Weise beeinträchtigt.

Gleichzeitig bekamen fremde Länder die Gelegenheit, ihre modernen Konstruktionen in einem bewaffneten Konflikt gegen einen entwickelten und gut ausgerüsteten Feind zu testen. Das nächste Muster, das einem solchen Test unterzogen wird, ist nun die Lenkmunition Vulcano. Was die Ergebnisse solcher „Feldtests“ sein werden, ist noch nicht klar. Allerdings ist schon jetzt klar, dass aus der Ukraine ein echtes Übungsgelände gemacht wurde und als Zielumgebung Stadtentwicklung und zivile Objekte in Betracht gezogen werden.

Übersetzt aus dem Russischen

Quelle: Topwar.ru

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